"Albis 2008": Hochwassereinsatz im Auftrag der EU
13.05.2008 von Simon Englisch
Gemeinsam mit dem tschechischen Feuerwehr-Rettungskorps (HZS) trainieren Einsatzeinheiten der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) aus Altenburg, Sachsen und Thüringen vom 16. bis 18. Mai in der tschechischen Stadt Litomerice den Ernstfall bei einer Hochwasserkatastrophe. "Albis 2008" (lat. Elbe) ist in diesem Jahr die einzige von der EU mitfinanzierte Großübung zur Verbesserung der Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Schadenslagen im Rahmen des EU-Mechanismus unter deutscher Leitung. "Albis 2008" wurde unter der Federführung des THW geplant und konzipiert.
Rund
500 Einsatzkräfte von HZS und THW sowie der Freiwilligen Feuerwehr, der
Armee, der Polizei der Tschechischen Republik und des Medizinischen
Rettungsdienstes trainieren vom 16. bis 18. Mai in Litomerice zusammen
mit der Stadt Litomerice und der Bezirksverwaltung Usti nad Labem den
gemeinsamen Hochwassereinsatz. Die EU führt vor Ort die
"Einsatzvorbereitende" Erkundung durch und richtet das
Einsatz-Koordinierungs-Zentrum (OSOCC) ein. Übungsschwerpunkte sind
neben dem Training des EU-Mechanismus vor allem Pumparbeiten und
Sandsackverbau, Retten und Bergen aus Gebäuden, Einsatzlogistik und
Evakuierung.
Die großen Überschwemmungen und andere Unwetterereignisse der
vergangenen fünf Jahre sind Anzeichen dafür, dass im Zusammenhang mit
dem Klimawandel künftig vermehrt mit Katastrophenschutzeinsätzen
bedingt durch Extremwetterlagen zu rechnen ist. Eine Flutkatastrophe
wie die vom Sommer 2002, als die Elbe und ihre Neben- beziehungsweise
Zuflüsse über die Ufer traten und weite Teile Ost- und
Südostdeutschlands überfluteten, wie auch die anderen Elb-Anrainer
heimsuchte, hat sich bislang zwar nicht wiederholt. Doch gerade aus
dieser Hochwasserkatastrophe wurden Lehren gezogen. Vor allem die, dass
der grenzüberschreitende Bevölkerungsschutz in Europa ständig
weiterentwickelt werden muss, um die Menschen zu schützen. Übungen wie
"Albis 2008" sollen dazu beitragen, die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit zu verbessern und den gemeinsamen europäischen
Bevölkerungsschutz voranzubringen.


