Stromausfall in Hohenstein-Ernstthal
05.01.2010 von THW LV Sachsen, Thüringen
Einsatz für die Fachgruppen Elektroversorgung nach Brand in Umspannwerk
Gerade einmal drei Monate ist die Unterschrift auf dem Kooperationsvertrag zwischen der enviaM-Netzdienstleister envia Netzservice GmbH und der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk alt. Noch vor gemeinsam geplanten Krisenübungen kam es zum Ernstfall. Dieser bescherte dem Länderverband Sachsen, Thüringen den ersten Großeinsatz im Jahr 2010.
Tausende Endkunden blieben nach einem Brand am gestrigen Montag in einem Umspannwerk in Oberlungwitz ohne Strom. Gegen 16 Uhr wurden alle Fachgruppen Elektroversorgung des THW in Sachsen und Thüringen von envia angefordert. Rund 30 THW-Helfer begaben sich daraufhin in den Einsatz. In den abgeschnittenen Gebieten speiste das THW dann mit eigenen Netzersatzanlagen Strom an Trafohäusern ins öffentliche Netz ein, um die lahmgelegten Haushalte wieder mit Energie zu versorgen.
An der mobilen THW-Führungstelle informierte sich auch Bernd Gersdorf, erster stellvertretender Landrat im Zwickauer Land und Leiter des Katastrophenschutzstabes: „Mein Eindruck ist der, dass verschiedenste Organisationen bemüht sind die Lage schnellstmöglich in den Griff zu kriegen.“ Nach Schätzungen von Gersdorf sind von dem Stromausfall ca. 5.000 Haushalte in Hohenstein-Ernstthal und 1.000 in Oberlungwitz betroffen. Für die Bevölkerung wurde in der Pestalozzi-Mittelschule in Oberlungwitz ein Versorgungsstützpunkt eingerichtet.
Auch das „Hot Badeland“ in Hohenstein-Ernstthal bekam die Konsequenzen des Stromausfalls zu spüren. Viele Badegäste aus Chemnitz und Lichtenstein mussten wieder nach Hause geschickt werden. Die Gäste hatten laut Mitarbeiter David Braun jedoch Verständnis dafür. Innerhalb von elf Stunden kühlten sich die rund 800.000 Liter Wasser um 2 Grad Celsius ab.
Für die zahlreichen Helfer kamen erschwerend die widrigen Wetterbedingungen hinzu: Nebel und Temperaturen von 14 Grad unter Null. Dankbare Bewohner versorgten die Helfer mit warmen Getränken. Noch am selben Tag begannen die Arbeiten im Umspannwerk um einen neuen Transformator zu installieren, der nach ersten Planungen heute ans Netz gehen soll.
Der Ortsverband Altenburg war mit zwei Helfern und dem LKW mit Ladebordwand der Fachgruppe Elektroversorgung, der Netzersatzanlage und dem MTW Zugtrupp im Einsatz. Sie speisten in Hohenstein-Ernstthal in der Nähe des Bades in eine Trafostation.
Am Einsatz beteiligte Ortsverbände: Annaberg, Altenburg, Chemnitz, Eisenach, Gera, Gotha, Grimma, Heiligenstadt und Kamenz
Text: Philipp Nils Neumayer, Robert Riedel, Team Öffentlichkeitsarbeit THW Länderverband Sachsen, Thüringen
Fotos: Michael Hahne








