THW Altenburg beim Hochwasser in Leipzig

17.01.2011 von THW LV Sachsen, Thüringen

Stadt Leipzig weiter in Atem – Großeinsatz von Feuerwehr- und THW-Kräften hält an


Seit knapp einer Woche kämpfen Feuerwehr und THW Seite an Seite gegen das Hochwasser in Leipzig.

In der Kiesgrube Hirschfeld wurden seit dem 8. Januar Sandsäcke im Akkord befüllt und zu den jeweiligen Einsatzstellen transportiert, Bäume auf den Deichen gefällt und Pumparbeiten am Gundorfer Teich durchgeführt. Trotz der kontrollierten Flutung des Auwaldes und weiter sinkender Pegel, bleibt die Lage angespannt. Infolge der langanhaltenden Belastung durch das Hochwasser ist die Standsicherheit eines Großteils der Deiche stark beeinträchtigt. Vorbereitend wurden im Verlauf der Woche durch die Branddirektion Leipzig Feuerwehr-, THW- und städtische Einheiten zu drei Hochwasserbekämpfungszügen und einem Materialzug kombiniert und in Bereitschaft gehalten. Seit Freitag sind diese nun dauerhaft im Einsatz.

Am Freitagmorgen, gegen 6 Uhr wurden Feuerwehrleute und THW-Helfer in und um Leipzig alarmiert. Ein 25 m langer Teil des Deiches im Leipziger Ortsteil Lützschena-Stahmeln war um 40 cm abgesackt. Die Branddirektion der Stadt Leipzig reagierte schnell und brachte innerhalb von drei Stunden ca. 30 THW-Helfer unter Gruppenführer Michael Helm aus dem Ortsverband Leipzig, ca. 50 Feuerwehrleute, 70 Kameraden der Bereitschaftspolizei und 94 Bundeswehrsoldaten in Stellung. Innerhalb von acht Stunden wurden große Fließe und 8.000 Sandsäcke gemeinsam an der Schadensstelle verbaut. Mit fahrbaren Krankentragen mussten die Sandsäcke über 400 m rutschige Deichkuppe transportiert werden. Um die Einsatzkräfte im Notfall schnell retten zu können, patrouillierten zusätzlich Boote der DLRG Leipzig auf dem Wasser. Gegen 18 Uhr dann die erlösende Nachricht: der Deich ist stabilisiert. Auch Markus Heyne, Einsatzleiter vor Ort und Ortswehrleiter der FFW Plaussig, atmete auf. Er nutzte die Gelegenheit und dankte allen für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. „Alle haben in dieser Situation mit aller Kraft gekämpft und mitgeholfen, die Schadensstelle zu sichern. Dafür ein riesengroßes Dankeschön.“, so Heyne. Für die Nacht zum Samstag übernahmen Deichläufer des Ordnungsamtes der Stadt Leipzig die Kontrolle des Deiches. Um ihnen die Arbeit zu erleichtern, leuchteten die Fachgruppen Beleuchtung der THW-Ortsverbände Riesa und Zwickau den Deich an dieser Stelle aus.

Zur gleichen Zeit befüllten die Einheiten der THW-Ortsverbände Altenburg, Gera und Grimma in Zusammenarbeit mit Feuerwehrleuten in der Kiesgrube Hirschfeld, nahe Kleinpösna, weiter Sandsäcke. Die Sandsacktransporte wurden mit Hilfe der Polizei in die Leipziger Innenstadt geleitet. Auch an dieser Einsatzstelle wurde das Ziel von zusätzlichen 5.000 Reserve-Sandsäcken am Abend erreicht. An diesem Tag waren ca. 100 THW-Kameraden zeitgleich im Einsatz.

Die Ablösung für alle eingesetzten THW-Einheiten, hatte Manuela Lengwinat, Fachberaterin vom THW Leipzig in der Technischen Einsatzleitung der Brandschutzdirektion, bereits bei Jens Hermes, Führer des Lage und Koordinierungsstab (LuK) im THW Leipzig, im Laufe des Tages angefordert. Sie selbst wurde durch Peter Ader, THW Borna, für die Nacht abgelöst. Gegen 19 Uhr trafen dann die angeforderten Einheiten der Ortsverbände Altenburg, Annaberg, Apolda, Chemnitz, Freiberg, Riesa und Zwickau sowie Fachberater Ader aus Borna an der Hauptfeuerwache in Leipzig ein. Nach einer Einweisung in die Lage durch die Einsatzleitung der Feuerwehr Leipzig, verteilten sich die THW-Kameraden auf die vier eingesetzten Hochwasserbekämpfungszüge. Während der Großteil in aktiver Bereitschaft an der Hauptfeuerwache verblieb, wurden nicht benötigte Einheiten auf Abruf in der General-Olbricht-Kaserne untergebracht.

Am späten Abend dann erneuter Alarm: An einem Deichabschnitt in Knauthain wurde eine weitere Sickerstelle entdeckt. Zusammen mit der Feuerwehr Leipzig rückten die THW-Einheiten aus und bauten mit Sandsäcken eine Quellkade, mit der ein Gegendruck zur Wasseraustrittsstelle erzeugt wird. Gegen zwei Uhr Nachts konnte auch hier Erfolg vermeldet werden und alle Katastrophenhelfer kehrten in ihre Bereitschaft zurück.

Am Samstagmorgen ergänzte eine Bergungsgruppe des Ortsverbandes Torgau die Einheiten des THWs. Das Pumpen am Gundorfer Teich, das Befüllen der Sandsäcke sowie die Überwachung der Deiche wurden über das ganze Wochenende hinweg weiterhin von THW und Feuerwehr wahrgenommen. Um die Bevölkerung nicht zu gefährden, wurden im Laufe des Sonntags diverse Deichsperrungen vorgenommen. Am Heuweg musste eine Brücke von im Wasser schwimmenden Baumstämmen befreit werden. Die Lage hatte sich aber insgesamt so weit stabilisiert, dass alle Ortsverbände bereits am Nachmittag ihre Heimreise antreten konnten. Auch der Lage- und Koordinierungsstab des Ortsverbandes Leipzig begann gegen 17 Uhr mit dem Abbau der Führungsstelle. Auf die Frage, was er heute Abend tun werde, antwortete der Leiter Jens Hermes: „Ich werde mir ein heißes Bad gönnen und mit einem schönen Glas Spätburgunder den Abend ausklingen lassen.“ Die Geschäftsführerin in Leipzig Magdalena Straßburger ließ es sich nicht nehmen, den THW-Helfern persönlich ihren Dank auszusprechen. In einer ersten Auswertung äußerte sich auch die Branddirektion Leipzig voller Lob über die fachlich kompetente Zusammenarbeit mit dem THW. Eine umfangreichere Auswertung und Nachbesprechung ist in nächster Zukunft angedacht. Der kommissarische Ortsbeauftragte des THW Leipzig Norbert Riemer freut sich ebenfalls über den in seinen Augen gelungenen Einsatz. „Ab Montagmorgen wird der Ortsverband Leipzig aber wieder voll einsatzbereit sein. Man weiß ja nicht, was die derzeitige Hochwasserlage noch an Einsätzen in Sachsen für uns bereit hält. Vielleicht können wir dann die Ortsverbände unterstützen, die uns in diesem Einsatz geholfen haben.“

Text: Team Öffentlichkeitsarbeit des THW-Landesverbandes Sachsen, Thüringen

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