Volles Programm

17.08.2011 von Tim Haußig

Gleich zwei Termine standen am Wochenende für das THW an: am Sonnabend eine umfassende Ausbildungseinheit in Altenburg-Nord und am Sonntag das Kinderfest am Teehaus, bei dem die THW-Jugend mit einem eigenen Stand vertreten war.

Am Samstagmorgen begaben sich die Helfer in voller Gruppenstärke zum Ausbildungsobjekt am Nordplatz. Nachdem wir in der Pumpen-Ausbildung vom 16. Juli bereits den Keller des Gebäudes von Wasser befreit hatten, galt es nun, eine verletzte Person (dargestellt von unserer Bergungspuppe Egon) zu retten. Aufgrund des erschwerten Zugangs zu den Räumlichkeiten der oberen Etage war ein Transport des Verletzten durch das Treppenhaus ausgeschlossen. Stattdessen erfolgte die Rettung durch ein Fenster im ersten Stock. Hierzu wurden nacheinander zwei Methoden erprobt: zunächst die Errichtung einer schiefen Ebene aus Steckleiter-Teilen, auf der Karl-Fridolin in einen Schleifkorb gebettet sicher zum Fuße des Gebäudes herab gelassen wurde. Die zweite Variante, der sogenannte Leiterhebel, erwies sich jedoch als praktischer. Hierbei wird der Schleifkorb mit der zu rettenden Person am oberen Ende einer an der Hauswand anstehenden Leiter befestigt. Nach allen Richtungen von Helfern durch Seile abgesichert wird anschließend diese Leiter langsam vom Gebäude weg gekippt, während der Schleifkorb, ebenfalls durch Seile, in einer waagerechten Position gehalten wird. Auf diese Weise gelang es uns, die Bergungspuppe ebenso sicher wie schnell aus dem Gefahrenbereich zu evakuieren. In insgesamt fünf Stunden Übungszeit wurden alle notwendigen Handgriffe ausführlich erprobt.

Tags darauf präsentierte unsere Jugendgruppe beim diesjährigen Kinderfest am Teehaus die Möglichkeiten zur Lasten-Bewegung, auf die das THW im Ernstfall zurück greifen kann. Zwei Betonplatten mit einer Gesamtmasse von reichlich drei Tonnen dienten uns hierfür zum Exempel. Die Besucher, neugierige Kinder wie interessierte Eltern gleichermaßen, waren gefordert, die Betonplatten anzuheben – aber nicht von Hand, sondern mittels der im Vorfeld rings um das Übungsobjekt platzierten Technik des THW. So konnten alle Gäste unter der Anleitung unserer Junghelfer das kleine Wunder erleben, wie sich mit Büffelwinden, Hydraulik-Hebern und Hebekissen die sonst so schwere Last scheinbar spielend leicht bewegen lässt. Auch viele andere Geräte, die uns mit ihren besonderen Fähigkeiten das Retten von Personen und das Sichern von Gebäuden erleichtern, waren an diesem Tag für die Besucher zur Schau gestellt, und voller Zufriedenheit stellte Christian Dietze, Leiter der Jugendgruppe, nach vollbrachtem Tagwerk fest: „Es ist schön zu sehen, wie die Jugend loslegt, wenn es etwas zu erklären gibt, da sind sie ganz in ihrem Element. Wenn sie so aufblühen, macht das richtig Hoffnung auf die nächste Generation von Helfern.“

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