Hirschfeld, 15.02.2020

Alarmübung in Hirschfeld zur gemeinsamen Komplex-Ausbildung

Dauerregen und ein schweres Sturmtief haben Mitte Februar in Sachsen, speziell im Raum Leipzig, kleinere und größere Flüsse rasant ansteigen lassen. Die Wetteraussichten für die kommende Woche zeigen: Neuer Regen kommt, die Hochwassergefahr bleibt.

Ausgehend von der oben geschilderten Lage plante und führte der Zugtrupp (ZTr) des OV Leipzig eine Einsatzübung durch, die von den Aufgaben und unterschiedlichen Bedingungen wahrlich viel zu bieten hatte.
Um die Mittagsstunde am Samstag erfolgte die Alarmierung der Ortsverbände Leipzig, Torgau, Grimma, Borna und Altenburg. Einsatz Hochwasserabwehr der Stadt Leipzig.

Anreise mit Sonderrechten

Mit der Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten setzten sich 15 Helfer der Bergung, der Fachgruppe Elektroversorgung (FGr E) und des Zugtrupp (ZTr) in Richtung Leipzig in Bewegung. Ziel war das Gelände der Schotter- und Kies-Union Hirschfeld GmbH. Am Meldekopf empfangen und nach Abgabe der Einheitenerfassungsbögen füllte sich der Bereitstellungsraum (BR-Raum) zusehends. Weit über 100 Helfer aus dem Bereich der THW-Regionalstelle Leipzig fanden sich mit Ihren Fachgruppen auf dem Gelände des Kieswerks in Hirschfeld bei Leipzig ein.

Unterstützung in der Führungsstelle

In großen Schadenslagen ist das THW in der Lage eigenständige Führungsstellen zu erstellen, zu betreiben und unterhält die Kommunikation zwischen benachbarten Führungsstellen sowie zu den unterstellten Kräften. Alle angeforderten Fachgruppen wurden über die Führungsstelle koordiniert und bekamen ihre Arbeitsaufträge im Rahmen der gemeinsamen Ausbildung des Einsatzszenario zugeteilt. Bei den vielfältigen Aufgaben übernahmen unsere Zugtrupp-Helfer einen Teil der Koordination.

Aufbau und Betrieb der Stromversorgung

Die Schadenslage im Einsatzszenario sah vor, dass die notwendigen Arbeiten im Dunkeln weiter gehen mussten. Für die Gewährleistung einer ausreichenden und stabilen Stromversorgung tritt die Fachgruppe Elektroversorgung (FGr E) in Erscheinung. Als einen Ausbildungsteil wurde das Zusammenspiel der Fachgruppen aus den Ortsverbänden Grimma, Borna, Leipzig und Altenburg geübt. Letztlich wurde durch das Ausleuchten des Einsatzareals die Übung bis weit in die Nachtstunden gewährleistet und unsere Helfer konnten hilfreiche Erkenntnisse für reale Einsätze gewinnen.

Bergen von Personen und Gütern/Fahrzeugen

Während der gesamten Ausbildung wurden verschiedenste Szenarien zum Thema Personenbergung und -rettung geübt. In einem Szenario wurde die Höhenrettung von einem Schwimmbagger oder auch die Bergung aus einem Förderturm trainiert. Eine Fahrzeugbergung eines liegengebliebenen Einsatzfahrzeuges im Schlamm forderte unsere Helfer ebenso.

THW-Fachgruppen als modulare Module

Das THW verfügt über 13 Fachgruppen und diese verteilen sich auf verschiedene Ortsverbände über ganz Deutschland. Im Einsatzszenario in Hirschfeld schuf die FGr Räumen mit Radlager und Bagger eine Slipstelle, um ein Boot ins Wasser lassen zu können. Die Fachgruppe (FGr) Ölschaden errichtete eine Ölsperre, um möglich austretendes Öl abzufangen. Die FGr Wassergefahren wurde zur Löschwasserförderung eingesetzt. Das Wasser wurde in einem Pufferbecken gesammelt und der Pegel mit Hilfe des Mobilen Hochwasserpegels (MHP) erfasst und überwacht. Zur Abwehr des bevorstehenden Hochwassers im Szenario waren über die gesamte Einsatzzeit Unmengen an Sandsäcken zu füllen und zu verbauen.

Der Logistik-Trupp Verpflegung (Log-V) kümmerte sich um die Verpflegung aller Helfer und errichtete Zelte mit Sitzgelegenheiten.

Rückverlegung und Einsatzende

Gegen Mitternacht erfolgte die Rückverlegung von Helfern und der Ausrüstung in den Ortsverband. Ein langer Tag endete mit der Reinigung von Fahrzeugen und Ausstattung bis weit nach Mitternacht. Die gemeinsame Komplex-Ausbildung machte deutlich, wie das THW in Ernstfällen agiert und die wichtigen Fachgruppen zusammenarbeiten. 

 

 


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